Doris Ruppenstein

Doris Ruppenstein

Doris Ruppenstein

17.7.1870 (Erlangen) - 13.3.1939 (Erlangen)

Die Schneiderin und Gastwirtin führte mit ihrem ersten Mann, Johann Schnapp, die Arbeiterwirtschaften König Otto (Henkestraße 56) und Deutscher Hof (Waldstraße 23). Die letztere war das örtliche Zentrum der Arbeiterbewegung, aber auch Treffpunkt und Nähstube der 1906 von Ruppenstein mit gegründeten Sozialdemokratischen Frauengruppe.

1909 wurde Ruppenstein zur Hilfsarmenpflegerin berufen und erhielt in der Bezirksversammlung der öffentlichen Armenpfl ege beratende Stimme. Mit Verkündigung des Frauenwahlrechts (1918) warb Ruppenstein für politische Gleichberechtigung und die Sozialdemokratie. Sie galt als weibliche Vertrauensperson der SPD für die Arbeiterfrauen, in Erlangen war sie als „Genossin Schnapp" oder „Frau des Parteisekretärs" bekannt. 1919 kandidierte sie auf einem der letzten Listenplätze erfolglos für den Stadtrat.

Ihr Mann wurde von den Nazis verhaftet und dann mit gekürzten Bezügen zwangspensioniert. Die älteste Tochter aus 2. Ehe wurde Michael Poeschkes erste Ehefrau.

1998 wurde eine Straße im Röthelheimpark nach ihr benannt. (Quelle: Erlanger Stadtlexikon, Verlag W. Tümmels, Nürnberg, 2002)