Förderung Solarthermie

Unser Informationsfolder "Förderprogramm solarthermische Anlagen" erklärt Ihnen in zehn Punkten, wie Sie ganz einfach zu Ihrem Zuschuss kommen.

Auf den letzten Seiten der Broschüre finden Sie das Antragsformular. Sie können es ausdrucken, ausfüllen und uns mit den beschriebenen Unterlagen zuschicken. Wir kümmern uns um alles Weitere.


Häufig gestellte Fragen zum Thema Solarthermie (Solarwärme)

Was ist Solarthermie?
Als Solarthermie oder Solarwärme wird die Technik bezeichnet, mit der Trinkwasser durch Sonnenenergie erwärmt wird.

Wie ist eine solarthermische Anlage aufgebaut?
Eine solarthermische Anlage besteht aus einem Sonnenkollektor, einer Regeleinheit mit Pumpe und einem gut gedämmten, wasserbefüllten Speicher. Im Kollektor (Sammler) sammeln besonders beschichtete Kupferbleche die Solarenergie. Unter den Blechen sind Kupferrohre angebracht, durch die eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert. Die Regelung mit der Solarpumpe sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme abtransportiert wird. Im Speicher wird diese Wärme dann durch einen Wärmetauscher an das Speicherwasser übergeben.

Welche Art von Solarkollektoren gibt es?
Der am häufigsten verwendete Kollektor ist der Flachkollektor. Sein Hauptteil ist der Absorber (beschichtete Kupferbleche und -rohre). Er enthält eine vordere Abdeckung aus Sicherheitsglas sowie seitlich und rückseitig eine temperaturbeständige Dämmung. Diese Komponenten werden von einem stabilen Rahmengehäuse umgeben. Eine andere verwendete Art ist der Vakuum-Röhrenkollektor. Bei diesem verlaufen die Absorberbleche durch Glasröhren, in denen ein Vakuum (luftleerer Raum) herrscht. Durch das Vakuum sind die Wärmeverluste geringer als beim Flachkollektor. Neben diesen verglasten Kollektoren gibt es noch so genannte Schwimmbad-Absorber. Sie bestehen aus schwarzen Kunststoffschläuchen (Absorbermatten), die zur Erwärmung des Wassers in Swimmingpools eingesetzt werden.

Ist mein Haus bzw. Objekt für eine Solaranlage geeignet?
Eine zwischen Südost und Südwest ausgerichtete Dachfläche mit einer Neigung von 20° bis 60° ist gut geeignet. Pro Person braucht man für die Trinkwassererwärmung eine Kollektorfläche von ein bis eineinhalb Quadratmetern. Auf der West- oder Ostseite kann mit einer vergrößerten Kollektorfläche annähernd der gleiche Energieertrag erzielt werden. Flachdächer sind ebenfalls gut geeignet. Eine Wandmontage oder Aufstellung im Garten sind eine Alternative. Der Solarspeicher selbst benötigt eine Stellfläche von einem Quadratmeter mit ca. zwei Metern Stellhöhe.

Kann ich meinen kompletten Warmwasserbedarf durch Solarenergie decken?
Von Mai bis September ist die Deckung des Warmwasserbedarfs bei normaler Dimensionierung von 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche pro Person gegeben. In unseren Breitengraden liegt die solare Deckungsrate bei 60 - 70 %.

Kann ich mit einer Solarkollektoranlage auch heizen?
Die Einbindung einer Solaranlage in das Heizungssystem unter Einsatz eines geeigneten und effektiven Solarspeichers ist technisch möglich. Unter Betrachtung des jeweiligen Dämmstandards des Gebäudes lassen sich zwischen zehn und siebzig Prozent des Heizenergiebedarfs solar erzeugen.

Wie wird die Solaranlage gegen Frost geschützt und wie hoch ist die Lebensdauer?
Die Wärmeträgerflüssigkeit die sich im solaren Kreislauf befindet, ist ein Gemisch aus einem für diesen Zweck geeigneten Frostschutzmittel und Wasser in einem besonderen Mischungsverhältnis (nach DIN 4757). Die eingesetzten Glykole sind gesundheitlich unbedenklich und schützen das System auch bei strengem Frost. Die Haltbarkeit solcher Solaranlagen liegt bei über zwanzig Jahren.

Muss eine Solarkollektoranlage baulich genehmigt werden?
Die Errichtung einer Solaranlage bedarf allgemein keiner speziellen Baugenehmigung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Objekten ist der Denkmalschutzbeauftragte zuständig.

Wie kann der Ertrag solarthermischer Anlagen festgestellt werden?
Es ist auf dem Markt ein Gerät für die Überwachung des Ertrags thermischer Solaranlagen (Input - Output - Controller) erhältlich. Über eine Software (Computer - Programm) können die aufgezeichneten Messdaten ausgewertet und visualisiert dargestellt werden. Dieses Gerät kann auch noch über den Anlagenstatus informieren und die Fehlersuche unterstützen.

Was ist unter Eigensicherheit von Solaranlagen zu verstehen?
Eine eigensichere Solaranlage regelt alle Prozesse selbsttätig ohne einen Eingriff von Außen. Ist z. B. die Höchsttemperatur erreicht, schaltet der Solarregler aus. Da die vom Kollektor erzeugte Wärme nicht mehr abgenommen wird, steigt dessen Temperatur bis auf ca. 280 °C an. Der Wärmeträger wird aufgrund der Ausdehnung in das Ausdehnungsgefäß gedrückt. Nach Abkühlung des Kollektors (vorwiegend nachts) kann das ausgedehnte Volumen wieder in den Kollektorkreis zurückkehren.

Was ist der Unterschied zwischen einer Solarthermie- und einer Photovoltaikanlage?
Die Strahlung der Sonne kann für folgende Anwendungsfälle genutzt werden:
Warmwassererzeugung = Solarthermie
Stromerzeugung = Photovoltaik
Bei der solarthermischen Nutzung wird die solare Einstrahlung in den Kollektoren gesammelt und in Wärme umgewandelt.
Bei der photovoltaischen Anwendung wird die Solarenergie von Solarmodulen (viele Solarzellen) direkt über einen Wechselrichter (Gleichstrom zu Netzwechselstrom) in elektrische Energie um gewandelt (umgerichtet).

Lässt die Wirkung der Solarkollektoren durch Verschmutzung nach?
Die Kollektoren müssen nicht regelmäßig gereinigt werden, da sie durch den Montagewinkel ausreichend selbstreinigend sind.

Warum muss für den Solarkreislauf eine hochtemperaturbeständige Isolierung verwendet werden?
Beim Stillstand einer Solarthermieanlage und starker Sonneneinstrahlung entwickelt sich eine hohe Stillstandstemperatur. Setzt sich nach einem solchen Stillstand die Anlage wieder in Betrieb, können im gesamten Kollektorkreislauf Temperaturen bis zu 130° C auftreten. Im Heizungsgewerbe übliche Rohrisolierungen sind meist nur bis ca. 90°C Dauertemperatur wärmebeständig, Somit kann es später zu einer Zerstörung des Isoliermantels kommen.

Woher weiß ich, wie viel die solarthermische Anlage erzeugt hat?
Lassen Sie einen geeigneten Wärmemengenzähler an der richtigen Stelle in der Anlage einbauen.

Was ist unter " High Flow " zu verstehen?
High Flow ist die Bezeichnung für einen hohen Durchfluss im Kollektorkreis. Der Volumenstrom bei High Flow - Anlagen liegt zwischen 40 - 60 Liter pro Stunde und m² Kollektorfläche. Somit ergibt sich Spreizung (Unterschied) zwischen Vor- und Rücklauf von 10 - 15 Kelvin bei voller Sonneneinstrahlung.

Was ist dagegen unter " Low Flow " zu verstehen?
Low Flow bedeutet niedriger Durchfluss. Durch einen geringeren Volumenstrom führt die zu einer großen Temperaturerhöhung des Wärmeträgers. Somit kann in einem Umlauf des Solarkreises das Leitungswasser auf die geforderte Warmwassertemperatur gebracht werden. Es ergeben sich Volumenströme von 10 - 20 Liter pro Stunde und Quadratmeter. Installationsseitig ergeben sich dadurch kleinere Rohrdimensionen. Nur beim Einsatz von Kollektoren mit geringen Wärmeverlusten und großen Anlagen (Fläche) sinnvoll.

Gibt es ein Faustregel für die Auslegung einer solarthermischen Anlage für ein Ein-/Zweifamilienhaus?
Für die Anlagenauslegung können im Überschlag pro Person folgende Werte gelten:
Kollektorfläche: 1,0 - 1,3 m² Flachkollektor
0,8 - 1,0 m² Röhrenkollektor
Speichervolumen: 60 - 80 Liter bei 60 / 45 °C

Betriebskontrolle und Wartung?
Neben einer gelegentlichen Sichtung und einer Kontrolle der vorhandenen Instrumente fallen bei Solaranlagen wenig Wartungsarbeiten an. Höhere Aufmerksamkeit sollte dem Füllstand und der Druckhaltung zukommen.